Was wir tun
Menschen in den Mittelpunkt
Unsere Arbeit dreht sich um Menschen. Nicht nur die, die unsere Angebote wahrnehmen, sondern auch unsere mehr als 1.200 Mitarbeitenden. Gemeinsam mit den Spitzenverbänden der freien Wohlfahrtspflege in Deutschland übernehmen wir als freier Träger Aufgaben etwa in der Jugendhilfe, der Sozialhilfe sowie der Betreuung von Kindern und Senioren.
In dieser Rolle ist die AWO Frankfurt Träger von unter anderem 21 Kindertagesstätten, fünf Jugendeinrichtungen, zwei Quartiersmanagement-Büros und vier Pflegeeinrichtungen. Hinzu kommen eine Anlaufstelle für straffällig gewordene Frauen sowie stadtweit Ambulante Dienste.
Getreu dem Motto der Solidarität vereint der Verband Förderungen aus staatlichen Mitteln und Leistungen der Sozialversicherungen sowie selbst erwirtschafteten Geldern mit der Unterstützung durch Ehrenamtliche und Spenden.
So ist die AWO Teil des täglichen Lebens von mehr als 10.000 Menschen in der Region. Rund 1.900 AWO-Mitglieder sind mit 32 Ortsvereinen in fast allen Stadtteilen Frankfurt am Mains vertreten.
Drei Säulen unter einem Dach
Struktur
Die Arbeiterwohlfahrt in Frankfurt
Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Frankfurt ist ein traditionsreicher sozialer Wohlfahrtsverband, der sich für eine solidarische und gerechte Gesellschaft einsetzt. Der Kreisverband Frankfurt am Main e. V. gehört zur bundesweiten Arbeiterwohlfahrt, die 1919 auf Initiative von Marie Juchacz gegründet wurde. In Frankfurt entstand bereits Ende 1919 ein Ortsausschuss der AWO. Ziel war es von Anfang an, Menschen in sozialen Notlagen zu unterstützen und gleichzeitig die gesellschaftlichen Ursachen von Armut und Benachteiligung zu bekämpfen.
Die Geschichte der AWO Frankfurt ist eng mit der Entwicklung der Stadt verbunden. In den ersten Jahren standen praktische Hilfen im Mittelpunkt. Bedürftige Familien erhielten beispielsweise Lebensmittel, Kleidung und Unterstützung durch Erwerbslosenküchen. Während der nationalsozialistischen Diktatur wurde die AWO verfolgt, zwangsaufgelöst und enteignet. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann der Verband in den zerstörten Strukturen Frankfurts mit dem Wiederaufbau seiner sozialen Arbeit.
Heute ist die AWO Frankfurt ein moderner Mitgliederverband und zugleich ein großer sozialer Dienstleister. Zu ihren Tätigkeitsfeldern gehören unter anderem Kinder- und Jugendhilfe, Schule, Pflege, Seniorenarbeit, Beratung, soziale Stadtteilarbeit und verschiedene Unterstützungsangebote für Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Außerdem verfügt der Verband über 32 Ortsvereine, in denen Mitglieder aktiv sind.
Kennzeichnend für die AWO Frankfurt ist die Verbindung von professioneller sozialer Arbeit, ehrenamtlichem Engagement und sozialpolitischer Interessenvertretung. Der Verband möchte nicht nur konkrete Hilfe leisten, sondern auch gesellschaftliche Teilhabe, Chancengerechtigkeit und Solidarität fördern. Damit steht die AWO Frankfurt für eine lange Tradition sozialen Engagements, die bis heute an aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen ausgerichtet wird.
Die Johanna-Kirchner-Stiftung
Die Arbeiterwohlfahrt Frankfurt gründete 1951 die Johanna-Kirchner-Stiftung mit Sitz in Frankfurt. In der Stiftungsverfassung ist als Zweck festgelegt: „Die Stiftung soll alten oder pflegebedürftigen Menschen einen Lebensabend in Geborgenheit ermöglichen.“ Damit verfolgt die Johanna-Kirchner-Stiftung ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige und mildtätige Zwecke.
Das im Frankfurter Gutleutviertel errichtete „Johanna-Kirchner-Heim“ bildete den Ausgangspunkt und Kern der Johanna-Kirchner-Stiftung. Mittlerweile ist die Stiftung in den letzten Jahrzehnten zu einem modernen und vielseitigen Anbieter von Pflege und Betreuung im Alter gewachsen. Zur Stiftung gehören vier Pflegeeinrichtungen.
Auf der Grundlage des Leitbildes der Arbeiterwohlfahrt und in der Verpflichtung auf das soziale und politische Engagement der Namensgeberin Johanna Kirchner besitzt die Johanna-Kirchner-Stiftung ein eigenes Leitbild. Mit ihm wird der Stiftungszweck konkretisiert. Gleichzeitig finden haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter:innen darin eine klare und sinnstiftende Orientierung für ihre Arbeit.
AWO Kreisverband Frankfurt am Main e.V.
Der AWO Kreisverband Frankfurt am Main e.V. ist mit seinen 1.200 Mitarbeitenden für Menschen sämtlicher Altersgruppen aktiv. Er ist Träger von unter anderem 21 Kindertagesstätten, fünf Jugendeinrichtungen, zwei Quartiersmanagement-Büros und vier Pflegeeinrichtungen. Hinzu kommen eine Anlaufstelle für straffällig gewordene Frauen sowie stadtweit Ambulante Dienste. Die AWO ist Teil des täglichen Lebens von mehr als 10.000 Menschen in der Region.
Wir sind mehr als die Summe des Ganzen
Zahlen, Daten, Fakten
Im Herzen der Frankfurter Gesellschaft
Unsere Ortsvereine
Unsere Mitglieder sind das Herz unserer Organisation. In 32 Ortsvereinen sind sie füreinander da und bewegen etwas miteinander. Als Mitglied können Sie vielfältige Angebote mit Gleichgesinnten nutzen – in ihrem Stadtteil und im gesamten Stadtgebiet. Und wenn Sie wollen, können Sie die AWO-Gemeinschaft aktiv mitgestalten.
Dafür stehen wir
Ein klares Leitbild und starke Werte
- Professionell, inklusiv, interkulturell, innovativ & nachhaltig arbeiten
- Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit, Solidarität, Toleranz
- Soziale Dienstleistungen in hoher Qualität
- Handeln entsprechend unserer Werte
- Ausgleich zwischen Arm und Reich
- Selbstbestimmtes Leben fördern
- Unabhängig und eigenständig
- Vielfalt und Respekt
Unsere Grundwerte
Fünf Werte, die unsere Arbeit tragen
Freiheit bedeutet, selbstbestimmt und menschenwürdig zu leben – frei von Willkür, Unterdrückung, Not und Armut. Die Freiheit der*des Einzelnen entsteht auch durch die Gemeinschaft. Damit der Mensch seine individuellen Fähigkeiten entfalten kann, braucht er soziale und materielle Sicherheit. Freiheit verpflichtet, sich der Vernunft zu bedienen, verantwortlich zu handeln und die Freiheit anderer zu respektieren.
Gleichheit gründet in der gleichen Würde aller Menschen. Sie verlangt gleiche Rechte vor dem Gesetz, die Gleichstellung aller Geschlechter und den Schutz vor Diskriminierung. Gleichheit erfordert das Recht, am politischen und sozialen Geschehen mitzuwirken und sozial abgesichert zu sein.
Gerechtigkeit herrscht, wenn jeder Mensch frei ist, gemeinschaftlich handelt und die gleichen Chancen im Leben hat. Dafür braucht es staatliche Steuerung und Umverteilung: Gerechtigkeit ist auch Verteilungsgerechtigkeit. Gerechtigkeit bedeutet, global Verantwortung zu übernehmen und für einen Ausgleich in der Welt einzutreten. Gerechtigkeit erfordert, unsere Lebensweise für kommende Generationen und zum Wohl der Natur nachhaltig zu gestalten. Nachhaltigkeit bedeutet für uns, sich konsequent für die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen einzusetzen. Die ökologische und soziale Gestaltung einer Gesellschaft und Wirtschaft mit ihren Zielen, Lebensstilen und Handlungen muss weltweit eine lebenswerte Zukunft sichern.
Solidarität entsteht im Miteinander. Sie bedeutet, füreinander einzustehen und den anderen zu helfen. Unsere gemeinsame politische Überzeugung ist die Basis für gegenseitige Verantwortung und Verpflichtung. Solidarität kennt keine nationalen Grenzen. Der Staat macht durch Recht Solidarität bindend. Im Zusammenschluss haben die Menschen die Kraft, sich gegen Unterdrückung und Ausbeutung zu wehren. Wer in Not gerät, kann sich auf die Solidarität der Gesellschaft verlassen.
Toleranz erwächst aus dem Bewusstsein, dass jeder Mensch in seiner Einzigartigkeit anerkannt wird. Andere Meinungen, Ideen, Normen, religiöse und weltanschauliche Überzeugungen und Gewohnheiten sind so lange zu akzeptieren, wie sie vereinbar mit unseren Grundrechten und Grundwerten sind. Die Vielfalt der Menschen ist durch Gesetze zu schützen. Toleranz lebt vom freien und gleichberechtigten Austausch aller Menschen über die Normen in der Gesellschaft.
Das Wirken der AWO
Wohlfahrt und soziale Teilhabe
Pflege
Im Alter und bei physischen und psychischen Einschränkungen.
Pädagogik
Kinder und Jugendliche betreuen, erziehen, beschäftigen, motivieren, beraten.
Betreuung
Alte, unselbstständige, einsame, orientierungslose Menschen Unterstützung bieten.
Selbsthilfe
Menschen mit Grundsicherung oder Bürgergeld sowie ehemalige straffälligen helfen, einen stabilen Platz in der Gesellschaft zu haben.
Beratung
Hilfesuchende in sozialen Lebensbereichen beraten.
Politik
Beeinflussen, auf Missstände, Probleme, Nachteile, Konflikte und Lösungen aufmerksam machen
Gemeinsam für Frankfurts Sozialpolitik
Die AWO ist Mitglied der LIGA
Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege Frankfurt am Main (kurz: Liga Frankfurt) ist der Zusammenschluss der sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrt in Frankfurt. Zusammen setzen wir uns für die Sicherung der sozialen Infrastruktur in unserer Stadt ein. Ziel unserer Arbeit ist ein solidarisches Miteinander für eine funktionierende Gesellschaft.
Gemeinsam schützen und entscheiden
Unsere Gremien
Aufgrund ihrer Werte und ihrer besonderen Strukturen besitzt die AWO Frankfurt eine ganze Reihe von Gremien. Sie dienen beispielsweise der Festlegung eines gemeinsamen Kurses, der Einhaltung der Compliance-Richtlinien aber auch der demokratischen Organisation des ehrenamtlichen Verbands.
Der Vorstand
Der Vorstand der AWO Frankfurt wird von stets zwei Personen bekleidet, die das operative Geschäft führen.
Das Präsidium
Das Präsidium setzt sich aus ehrenamtlichen Personen zusammen, deren gemeinsame Aufgabe die Aufsicht über die Geschäftsführung ist sowie Impulse zum operativen und sozialpolitischen Kurs zu geben.
Petra Rossbrey
Vorsitzende des Präsidiums
Egidius Planz
stellvertretender Vorsitzender des Präsidiums
Herbert Stelz
stellvertretender Vorsitzender des Präsidiums
Alain Kremer
Beisitzer des Präsidiums
Kilian Krumm
Beisitzer des Präsidiums
Ayesha Pösl
Beisitzerin des Präsidiums
Roland Sautner
Beisitzer des Präsidiums
Rudi Strohmayer
Beisitzer des Präsidiums
Hans-Georg Weigel
Beisitzer des Präsidiums
Der Revisor
Der von der Kreiskonferenz gewählte Revisor überwacht insbesondere die Geschäftsführung des Vorstandes gemäß den Vorgaben der Geschäftsordnung. Dabei teilen sie dem Präsidium Beanstandungen sowie Anregungen im Einzelfall mit und berichten dem Kreisausschuss über ihre laufende Tätigkeit.
Till Jotzo
Revisor des Präsidiums
Der Betriebsrat
Der Betriebsrat bildet sich aus Beschäftigten der AWO Frankfurt und hat die Aufgabe, die Interessen der Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber zu vertreten sowie die Einhaltung von Gesetzen, Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen zugunsten der Belegschaft zu überwachen. Der Betriebsrat wird alle vier Jahre von der Belegschaft neu gewählt.
Manu Illgen-Stumm
Betriebsratsvorsitzende
Georgios Comsis
stellvertretender Betriebsratsvorsitzender
Sabrina Vollgraf
Thore Detsch
Tanja Paniuta
Einrichtungsleitung
Scheerengasse 10-12, 60599 Frankfurt am Main
069 65008737 awo.kita.oberrad@awo-frankfurt.deDieter Franke
Marlene Duarte-Abreu
stellvertretende Einrichtungsleitung
Gutleutstraße 32, 60329 Frankfurt am Main
069 26488864 awo.kita.gutleut@awo-frankfurt.deCarmelo Novellis
Carlos Gomez-Toscano
Metin Yosma
Einrichtungsleitung
Niedwiesenstraße 113, 60431 Frankfurt am Main
069 516109 awo.kita.eschersheim@awo-frankfurt.deMehr als 120 Jahre Leidenschaft für soziale Werte
Zeitstrahl
1919
Gründung
Die Sozialdemokratin Marie Juchacz, Frauensekretärin beim Parteivorstand der SPD und Mitglied der Weimarer Nationalversammlung stellt aufgrund der Not und aufgrund des politischen Ziels, den Weg einer modernen Wohlfahrtspflege zu beschreiten, am 13. Dezember 1919 in der SPD den Antrag auf die Einrichtung einer „sozialdemokratischen Wohlfahrtspflege“ und ruft den „Hauptausschuss der Arbeiterwohlfahrt“ in der SPD ins Leben.
1926
Anerkennung
1926 wird die Arbeiterwohlfahrt als Reichsspitzenverband der freien Wohlfahrtspflege anerkannt. Die Weltwirtschaftskrise, die Notverordnungen und die nicht stabilen Verhältnisse der Weimarer Republik machen die Tätigkeiten der Arbeiterwohlfahrt unentbehrlich.
1928
Das erste Büro der AW
Die Arbeiterwohlfahrt beteiligt sich beim Aufbau der sozialen Gerichtshilfe und der Jugendgerichtshilfe in Frankfurt. Im alten Gewerkschaftshaus Ecke Stolzenstraße und Allerheiligenstraße richtet die „AW“, wie sie damals noch abgekürzt wird, ein kleines Büro ein; Johanna Kirchner arbeitet dort als Bürokraft und hält Beratungssprechstunden ab.
1931
Enteignung
Die AW zieht mit in das neue Gewerkschaftshaus in der Wilhelm-Leuschner-Straße, das nur zwei Jahre später von den Nazis besetzt wird. Nach einem erfolglosen Versuch der Nazis, die Arbeiterwohlfahrt gleichzuschalten, werden viele Funktionäre des Verbandes verfolgt; die AW löst sich auf und wird enteignet.
1933
Flucht
Marie Juchacz und Johanna Kirchner fliehen vor dem Nazi-Regime. Kirchners Flucht wurde notwendig, nachdem ihre Beteiligung an der Befreiung des NS-Gegners Carlo Mierendorff bekannt geworden war. Juchacz, als Gründerin der Arbeiterwohlfahrt und erste weibliche Rednerin im Deutschen Reichstag, musste aufgrund ihrer hohen Bekanntheit und politischen Bedeutung ebenfalls umgehend das Land verlassen. Beide Frauen trafen sich später im saarländischen Exil, wo Juchacz eine Pension für Emigranten betrieb und Kirchner dort Hilfe leistete.
1944
Hinrichtung
1942 wird Johanna Kirchner von der Vichy-Regierung verhaftet und an die Gestapo ausgeliefert. Am 9. Juni 1944 wird sie in Berlin-Plötzensee hingerichtet.
1945
Neubeginn
Nach Kriegsende gründete sich die AW in Windeseile neu, auch in Frankfurt. Am 27. Juli 1945 reicht AW-Urgestein Marie Bittorf bei der amerikanischen Militärregierung den Antrag auf Lizensierung der Arbeiterwohlfahrt Frankfurt ein; drei Monate später wird ihm stattgegeben. Die Organisation ist nun kein Teil der SPD mehr; in ihr arbeiten Sozialdemokraten und KPD-Mitglieder zusammen, was Einigkeit signalisieren soll, aber auch zu Spannungen führt.
1946
Wachstum
Die Arbeiterwohlfahrt öffnet im Winter 1945/46 Wärmestuben, weitere Einrichtungen für Kinder, Schulkindspeisungen und eine Hilfestelle für Kriegsversehrte und Hinterbliebene folgen. Ende 1945 zählt die Arbeiterwohlfahrt Frankfurt ganze 11 000 Mitglieder; ein Jahr später steigt die Zahl sogar auf 16 000 an.
1950
Kindergärten
Gleich sieben weitere Kindergärten werden gegründet, um den Arbeitern und Arbeiterinnen während des wirtschaftlichen Aufschwungs die Betreuungsarbeit zu erleichtern.
1951
Johanna-Kirchner-Altenhilfezentrum
Die Awo Frankfurt konzentriert sich in den 50ern vor allem auf die Altenpflege, denn Senioren profitieren lange nicht vom Aufschwung: Die Renten sind niedrig und es fehlen Plätze in Altenheimen. So gründet die Awo schon 1951 das Johanna-Kirchner-Heim, obgleich sich der Bundesverband dagegen ausspricht, da der Frankfurter Ortsverband sich dafür verschuldet.
1952
August-Stunz-Zentrum
Grundsteinlegung des „August-Stunz-Altersheimes“ der Arbeiterwohlfahrt im Röderbergweg und Gedächtnisfeier für den früheren Ersten Vorsitzenden des Kreisverbandes Frankfurt der Arbeiterwohlfahrt und hiesigen Stadtverordneten August Stunz.
1962
Gastarbeiterbetreuung
Mit der Einreise von Gastarbeitern kommen neue Aufgaben auf die Gesellschaft zu: 1962 wird eine Beratungsstelle für türkische Gastarbeiter eingerichtet, die zu Themen rund um Arbeitserlaubnis, Wohnung, Aufenthalt, Sprache und Familie berät.
1968
Selbstverständnis
Mit der 68er-Bewegung entbrennt eine Debatte rund um das Selbstverständnis von sozialer Arbeit, auch innerhalb der Awo: Die Frage nach der Sozialisation von Individuen und nach Entstehung von Randgruppen gewinnt an Bedeutung.
1970
Schulsozialarbeit
In Reaktion auf den Schutz weiterer vulnerabler Gesellschaftsgruppen baut die AWO in den 1970er und 1980er Jahren die Schulsozialarbeit aus.
1977
Anlaufstelle für straffällig gewordene Frauen
Die Anlaufstelle unterstützt und fördert straffällig gewordene Frauen, die nach Verbüßung ihrer Strafhaft in die Freiheit entlassen werden. Die spezifische Zielgruppe der Anlaufstelle macht sie hessenweit einzigartig und gleichzeitig für die Betroffenen zu einer wertvollen Institution, in der sie sehr individuelle und damit effektive Unterstützung bekommen können. Dies geschieht insbesondere durch Hilfe bei der Suche nach einem Dach über dem Kopf, auch durch angemieteten und übergangsweisen verfügbar gemachten Wohnraum, bei der Aufnahme von Kontakten mit Sozialbehörden oder Jobcentern oder der Unterstützung von Möglichkeiten der Teilnahme am sozialen Leben der Gesellschaft.
1994
Weiteres Wachstum
Nachdem die Arbeiterwohlfahrt im Jahr 1966 seine Kindertagesstätten an die Stadt zurückgegeben hatte, kehrt sie in den 1990er Jahren in diesen Bereich zurück und eröffnet im Laufe der Jahre zahlreiche neue Standorte. Die AWO Frankfurt wuchs in diesen Jahren von einem kleinen Verein zu einem bedeutenden sozialen Dienstleister.
1995
Ambulante Dienste
Dank der inzwischen jahrzehntelangen Erfahrungen im Bereich der stationären Pflege bietet die AWO seit Mitte der 90er Jahre ihre Pflege-Expertise auch für zuhause an und etabliert den Bereich der ambulanten Dienste.
2009
Ehrenamtsagentur
Die AWO gründet eine Ehrenamtsagentur, die freiwillige Helfer in soziale Einrichtungen und an gemeinnützige Projekte vermittelt. Seit 2024 trägt die Abteilung den Namen „Team Aktiv“.
2012
Quartiersarbeit
Der Verband nimmt sein Engagement direkt in den Stadtteilen auf. Gemeinsam mit der Stadt werden Quartiersmanagement-Büros gegründet, die sich um die Unterstützung von Bewohnenden direkt im Stadtteil kümmern bzw. deren gemeinsame Projekte fördern.
2019
interner Betrug
In Reaktion auf anonyme Hinweise aus den Reihen der AWO deckten Journalisten im Frühjahr systematische Unregelmäßigkeiten auf. Einem engen Personenkreis innerhalb der damaligen Geschäftsführung wurden Untreue, Betrug in Millionenhöhe, überhöhte Gehälter, Luxuswagen und Scheinarbeitsverträge vorgeworfen. Die Machenschaften stellten einen immensen Vertrauensbruch für alle anderen Beschäftigten dar.
2020
interne Reformen
Die Vorwürfe gegenüber der alten Geschäftsführung wurden umgehend und mit immenser Sorgfalt aufgearbeitet. Dazu zählen ein umfangreicher Personalwechsel sowie die vollständige Unterstützung der juristischen Aufarbeitung.
2026
Die vierte Pflegeeinrichtung
Aufgrund der wirtschaftlichen Vernachlässigung der alten Geschäftsführung, etwa von Immobilien, sah sich der Verband seit etwa 2020 mit kostenintensiven Sanierungsaufgaben beschäftigt. Das wohl größte Projekt betraf die Sanierung des August-Stunz-Zentrums. Gemäß den sozialen Werten der Arbeiterwohlfahrt war dabei die Vorgabe, dass weder Arbeits- noch Pflegeplätze verloren gehen dürfen. Die leitenden Gremien entwickelten daher einen Plan, der die Eröffnung eines vierten Pflegestandorts beinhaltete. Während der Kernsanierung des August-Stunz-Zentrums zogen ein Teil der Bewohnenden sowie Mitarbeitenden in das neu gepachtete und ebenfalls kernsanierte zusätzliche Gebäude in der Darmstädter Landstraße. Nach Abschluss der Arbeiten können die Umgezogenen auf freiwilliger Basis wieder zurückkehren oder am neuen Standort bleiben.
Starke Frauen machen den Anfang
Ahnengalerie
Berlin, 13. Dezember 1919. Auf Antrag der Genossin Marie Juchacz beschließt der Parteiausschuss der SPD, eine sozialdemokratische Wohlfahrtspflege einzurichten. Die Arbeiterwohlfahrt, wie die neue Gründung genannt wird, soll den sozialpolitischen Sachverstand und die praktische Erfahrung der Arbeiterbewegung bündeln und die Wohlfahrtspolitik der Republik von Weimar aktiv mitgestalten.
Die AWO ist 1919 von starken Frauen gegründet worden – auch in Frankfurt. Zu den Frauen der ersten Stunde gehörten u.a. Henriette Fürth, Johanna Kirchner, Meta Quarck-Hammerschlag, Marie Bittorf und Johanna Tesch.
Und: Natürlich haben auch Männer das Bild der AWO geprägt - bis hin zu unserem langjährigen Vorsitzenden Erich Nitzling.
Haltung zeigen
Eines ist allen Akteuren der AWO gemeinsam: Sie alle haben Haltung gezeigt gegen den Nationalsozialismus, gegen Rassismus und Antisemitismus sowie gegen Hass. Einige haben - mit vielen hier nicht Genannten - ihr Leben aufs Spiel gesetzt. Jede und jeder von ihnen steht für ein Versprechen von uns, dies nicht mehr zu zulassen.
Seit 100 Jahren kämpfen wir: Für Gerechtigkeit und Solidarität, für Vielfalt und Frauenrechte. Für ein menschenwürdiges Leben, in dem niemandem Almosen zugeteilt, sondern allen Menschen Chancen für Teilhabe ermöglicht werden. Denn nur so geht echtes Miteinander.
Vertrauen durch Information